Fluch, Phase oder Problem

Oder: Wie entkommen wir der medialen Abhängigkeit?

Nun hab ich so lange nicht gebloggt und kehre zurück mit einem Schwung an Fragen und Sorgen.

Wieviel Medienkonsum ist noch normal im Leben eines Dreizehnjährigen bzw. Neunjährigen?

Kaum aus der Schule wird der Rucksack in die Ecke geworfen und das Handy gezückt. Es beginnt ein Nachmittag voller „Entspannung“ mit WhatsApp Nachrichten, YouTube Videos und Instagram-Blitzlichtern. Der jüngere Bruder verlangt am Nachmittag regelmäßig, ohne vorher mal Malblock, Legokiste oder Spieleregal gesichtet zu haben, nach seinen obligatorischen 30 MInuten Minecraft.

Leute, ich bin es so satt! Ist das der Lebensinhalt unserer Kids? Ich frag mich wirklich und das, obwohl ich selbst wirklich handy-affin bin. Wer mich kennt, weiß, dass ich soziale Netzwerke nicht generell verteufele. Aber dieser ständige Gedanke an das nächste Spiel, die aktuellste Meldung und den neuesten Highscore in den Köpfen der Kinder macht mich so unzufrieden und traurig.

Der Reiz des Verbotenen vs. die tägliche Dosis

Was für ein genialer Plan herrschte da einst in unseren Köpfen. Wir  erlauben einfach in Maßen die PS4 oder das Ipad zum Bauen von Minecraft-Welten oder die Ration außergewöhnliche Video-Fußball-Tore. Dann werden die Jungs zufriedengestellt, können mitreden und alle sind happy.

Nein, happy bin ich nun ganz und gar nicht. Mehrmals wöchentlich wird diskutiert – mal zurückhaltener, mal ungehaltener, mal verhandelnd, mal intolerant – z.B. WARUM ein 13Jähriger erst die Familienfreigabe für ITunes durchlaufen muss, WARUM ein 9Jähriger KEIN Clash of Clans / Clash Royale spielen darf… Diese Liste ist nur angerissen. Wir betonen dann immer, dass manches einfach verboten bleibt, weil es in unseren Augen eine zu hohe Suchtgefahr birgt. Außerdem ergänzen wir, dass ja immerhin ganz viel ERLAUBT ist. Zufriedene Kinder, zufriedene Eltern? Pustekuchen! Alle streiten, alle zetern, alle diskutieren aneinander vorbei, alle missverstehen die jeweils andere Generation. Es ist zum Haareraufen.

Mein Wunsch: Alle Eltern halten zusammen

Wenn sie sich hier zu Hause ihre Ration nicht holen dürfen, gehen sie zu Freunden. Dort eine ähnliche Szenerie, aber vor den Besucherkindern möchte man natürlich nicht peinlich sein. Darum wird mehr geduldet. Im Anschluss an einen Treff mit Freunden gibt es dann besänftigende Worte für die besorgten Eltern: „Wir waren auch mit dem Hund draußen! Wir haben auch eine Runde Basketball gespielt!“ Na, hoffentlich…
#Leg_doch_mal_das_Handy_weg

Ich wollte niemals ein Kontrolletti werden. Wollte meinen Kindern vertrauen, ihnen Selbstverantwortung übertragen, soweit es geht. Nun kommentiere ich den Griff zum IPhone mit einem stereotypen „Muss das jetzt sein!?“Sehr viel andere Diskussionsthemen, die es zu besprechen gilt, gibt es nicht in dieser Familienwelt. Besorgniserregend oder auch irgendwie beruhigend?

Ist es bereits Sucht oder ist das das normal Leben der Heranwachsenden? In beiden Fällen bin ich nicht erfreut, hoffe aber auch letzteres.

(Mit diesem Artikel habe ich mich spontan für den Scoyo! Elternblogaward beworben. Drückt mir die Daumen und lest hier, wie das Voting funktioniert!)

 

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Nun sind auch wir Besitzer..

.. eines Pari Boy.

Hätte man mich vor 6 Jahren gefragt, worum es sich dabei handelt, hätte ich wahrscheinlich gedacht, es ginge um eine männliche Haushaltshilfe.

Aber nein, es geht schlicht um einen Inhalator – elektronisch versteht sich, sonst würde das Ding ja Inhalator heißen.

Bei Tom sind wir über vier Jahre ohne ausgekommen, aber Bela braucht ihn nun schon das zweite Mal. Bronchitis lässt grüßen.

Und wie passend, wenn die Kollegin im Sommer auswandert und beschlossen hat, dass Kinder in Australien niemals inhalieren müssen 😉